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Kosten

Was kostet Individualsoftware wirklich?

4. August 2026 12 Minuten Lesezeit TBit GmbH

Eine klar umrissene Fachanwendung kostet 8.000 bis 25.000 Euro, ein vollständiges System mit Warenwirtschaft und Shop 30.000 bis 120.000 Euro. Den Preis treibt nicht die Anzahl der Funktionen, sondern die Anzahl der Sonderfälle. Als Faustregel lohnt sich Entwicklung ab etwa 15 bis 20 eingesparten Arbeitsstunden pro Monat.

Die kurze Antwort

Eine einzelne, klar umrissene Fachanwendung beginnt bei etwa 8.000 Euro und reicht bis rund 25.000 Euro. Ein zusammenhängendes System – Warenwirtschaft mit Auftrag, Lager, Rechnung und angebundenem Shop – liegt zwischen 30.000 und 120.000 Euro.

Das ist eine breite Spanne, und sie ist ehrlich gemeint. Wer Ihnen ohne Kenntnis Ihrer Abläufe eine Zahl nennt, nennt entweder eine, die er später korrigiert, oder eine mit einem Risikoaufschlag, den Sie bezahlen.

Was den Preis wirklich treibt

Die verbreitete Annahme lautet: Mehr Funktionen kosten mehr Geld. Das stimmt nur an der Oberfläche. Zehn Bildschirmmasken sind schnell gebaut. Was Aufwand erzeugt, sind Sonderfälle.

Die eine Regel, die nur bei Stammkunden mit Rahmenvertrag im Dezember gilt, kostet mehr als die zehn Masken zusammen.

Deshalb fragen wir in der Analyse so hartnäckig nach Ausnahmen – und deshalb ist die Antwort „das machen wir immer so, ausser wenn…“ der teuerste Satz in jedem Projekt.

Die drei Kostentreiber, die niemand einplant

  • Datenübernahme. Nicht das Alter der Daten ist das Problem, sondern ihre Sauberkeit. Doppelte Kunden, uneinheitliche Schreibweisen, leere Pflichtfelder. In gewachsenen Beständen sind zehn bis zwanzig Prozent des Projektbudgets für Bereinigung realistisch.
  • Schnittstellen zu Systemen, die keine haben. Wenn ein Altsystem keinen Export kennt, muss man ihm die Daten anders entlocken. Das ist machbar, aber es kostet.
  • Abnahme und Einführung. Schulung, Parallelbetrieb, Nacharbeit in den ersten Wochen. Wer das nicht einplant, plant ein Projekt, das technisch fertig ist und praktisch nicht benutzt wird.

Die Rechnung, mit der Sie selbst prüfen können

Sie brauchen dafür keinen Berater, sondern vier Zahlen:

GrößeBeispiel
Stunden pro Woche, die für Doppelerfassung, Suchen und Nachfragen draufgehen12
Interner Stundensatz45 €
Arbeitswochen im Jahr48
Jährlicher Verlust25.920 €

Wenn eine Entwicklung diesen Aufwand halbiert und 40.000 Euro kostet, ist sie nach gut drei Jahren bezahlt – und läuft danach weiter. Zum Vergleich: Eine Standardlösung mit 39 Euro pro Nutzer und Monat kostet bei fünfzehn Arbeitsplätzen über zehn Jahre rund 70.000 Euro, ohne dass Ihnen am Ende etwas gehört.

Festpreis oder Aufwand?

Ein Festpreis für ein ganzes Jahresprojekt ist unseriös. Entweder er enthält einen Risikoaufschlag von dreissig Prozent, den Sie bezahlen, oder er wird gerissen – und dann wird gestritten statt entwickelt.

Sinnvoll ist ein Festpreis pro Ausbaustufe. Jede Stufe ist klein genug, um verlässlich geschätzt zu werden, und groß genug, um für sich einen Nutzen zu haben. Sie entscheiden nach jeder Stufe neu, ob die nächste kommt.

Was danach läuft

Rechnen Sie mit 10 bis 20 Prozent der Entwicklungssumme pro Jahr für Betrieb, Pflege und Weiterentwicklung. Das klingt viel, ist aber deutlich weniger als Lizenzmodelle pro Arbeitsplatz – und es fließt in Ihr System, nicht in das eines Herstellers.

Wichtig: Dieser Posten ist kein Wartungsvertrag mit Mindestlaufzeit. Wer in einem Jahr nichts braucht, zahlt in dem Jahr nichts.

Fazit

Individualsoftware ist keine Frage des Budgets, sondern der Wiederholung. Was einmal im Jahr passiert, lohnt keine Entwicklung. Was vierzig Mal am Tag passiert, lohnt fast immer eine. Die Grenze liegt erfahrungsgemäß bei 15 bis 20 eingesparten Arbeitsstunden im Monat.

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