Tracer und Formranddaten
Anbindung über die Netzwerkschnittstelle des Geräts. Aus den übertragenen Radiuswerten entstehen Scheibenform, Boxmaß, Umfang und Mindestdurchmesser – die Werte, die über Machbarkeit und Glasauswahl entscheiden.
Augenoptik
Wir schreiben nicht nur Software für Augenoptiker – wir sind selbst einer. Die TBit GmbH betreibt in Bad Rothenfelde ein eigenes Augenoptikgeschäft, das Sehstudio: zugelassener Meisterbetrieb, über 2.000 Fassungen, vier Glaslieferanten. Wir kennen die Werkstatt deshalb nicht aus Lastenheften, sondern aus dem Tagesgeschäft – und das ist der Grund, warum unsere Projekte in dieser Branche nicht an den Ausnahmen scheitern.
Wir lesen Formranddaten direkt aus dem Tracer, verarbeiten die Katalogdaten der Glasindustrie im SAD-Format und binden das Warenlager Ihres Fassungslieferanten an. Laden, Werkstatt und Onlineshop laufen dabei auf einem einzigen Datenbestand.
Warum ausgerechnet wir
Programmieren können viele. Was in der Augenoptik den Unterschied macht, ist das, was man nicht in ein Pflichtenheft schreiben kann.
Das Sehstudio der TBit GmbH in Bad Rothenfelde, zugelassener Meisterbetrieb. Wer weiß, wie eine Fassung angepasst und ein Glas eingeschliffen wird, muss sich die Abläufe nicht erklären lassen – und erkennt die Sonderfälle, bevor sie im Projekt auftauchen.
Wir lesen den Tracer über das NIDEK-Protokoll aus, rekonstruieren die Scheibenform aus den Radiuswerten und berechnen daraus Boxmaß, Umfang und Mindestdurchmesser. Ohne Zwischenprogramm, ohne Abtippen.
Glastypen, Basiskurven, Lieferbereiche, Optionen und Preise kommen als Branchendatensatz von den Herstellern. Wir verarbeiten dieses Format direkt – damit steht der aktuelle Katalog in Ihrem System, nicht in einem PDF.
Technisch
Ein Optiker arbeitet mit mehr fremden Systemen als fast jeder andere Handwerksbetrieb: Tracer, Refraktionseinheit, Glaslieferant, Fassungslieferant, Kasse, Krankenkasse. Genau dort entstehen die Medienbrüche.
Der Anspruch ist nicht, alles neu zu bauen. Er ist, dass keine Angabe zweimal erfasst wird. Was der Tracer misst, steht im Auftrag. Was im Auftrag steht, geht als Bestellung an die Glasindustrie. Was bestellt wurde, sieht der Kunde im Kundenbereich.
/assets/img/optik-arbeitsplatz.jpgAnbindung über die Netzwerkschnittstelle des Geräts. Aus den übertragenen Radiuswerten entstehen Scheibenform, Boxmaß, Umfang und Mindestdurchmesser – die Werte, die über Machbarkeit und Glasauswahl entscheiden.
Die Katalogdaten der Hersteller werden eingelesen und ausgewertet: Glastyp, Index, Basiskurve, Lieferbereich, Veredelungen, Optionen und Preise. Die Glasauswahl rechnet damit, statt in einer Preisliste nachzuschlagen.
Der Auftrag geht aus der Erfassung heraus an die optische Industrie – mit Formranddaten, Zentrierwerten und Glasangaben. Niemand tippt Werte ab, niemand ruft wegen einer Rückfrage an.
Verfügbarkeiten stehen ohne Anruf im eigenen System und im Shop – ohne dass Sie die Ware auf Lager legen müssen. Das erweitert das Sortiment ohne Kapitalbindung.
Produktfotos werden von einer KI automatisch freigestellt und verkaufsfertig in den Shop gestellt. Bei mehreren hundert Modellen der Unterschied zwischen „online" und „irgendwann".
Welcher Auftrag wartet auf Gläser, welcher auf Montage, welcher auf Abholung. Und der Kunde sieht denselben Stand, ohne anzurufen.
Was wir antreffen
Formranddaten, Zentrierwerte, Refraktionsdaten – jede Zahl, die von Hand übertragen wird, ist eine mögliche Reklamation und eine zweite Fertigung.
Ob eine Fassung beim Lieferanten liegt, klärt ein Anruf oder ein Blick ins Lieferantenportal. Beides passiert mitten im Kundengespräch.
Lieferbereich, Basiskurve, Mindestdurchmesser: Ob ein Glas überhaupt machbar ist, entscheidet sich an Werten, die in einer Preisliste nachgeschlagen werden müssen.
Für den eigenen Shop muss jede Fassung fotografiert und freigestellt werden. Bei mehreren hundert Modellen ist das ein Projekt.
Was im Geschäft verkauft wird, steht im einen System, was online bestellt wird, im anderen. Die Kundenhistorie ist nie vollständig.
Der häufigste Anruf im Optikgeschäft. Jeder davon unterbricht eine Beratung, für eine Auskunft, die im System längst steht.
Aus der Praxis
Häufige Fragen
Eine Fachanwendung für Auftrag, Werkstatt und Schleifauftragsübergabe liegt üblicherweise zwischen 15.000 und 40.000 Euro. Kommen ein Onlineshop mit angebundenem Lieferantenlager und automatische Bildaufbereitung hinzu, bewegt sich das Gesamtsystem zwischen 40.000 und 90.000 Euro.
Der Vergleichswert ist nicht der Kaufpreis einer Branchenlösung, sondern die Zeit, die heute für Anrufe, Abtippen und Bildbearbeitung draufgeht – plus die Reklamationen, die aus abgetippten Werten entstehen.
Wir haben die Anbindung über das NIDEK-Netzwerkprotokoll umgesetzt und lesen darüber die Formranddaten aus. Aus den übertragenen Radiuswerten rekonstruieren wir die Scheibenform und berechnen Boxmaß, Umfang und Mindestdurchmesser.
Andere Fabrikate arbeiten mit vergleichbaren Protokollen. Ob Ihr Gerät angebunden werden kann, klären wir vor dem Angebot – das ist eine Frage von Stunden, nicht von Wochen.
Ja. Die Hersteller liefern ihre Kataloge als Branchendatensatz im SAD-Format – mit Glastypen, Basiskurven, Lieferbereichen, Veredelungen, Optionen und Preisen. Wir verarbeiten dieses Format direkt.
Praktisch heißt das: Die Glasauswahl weiß, ob ein Glas im Lieferbereich liegt, welcher Mindestdurchmesser nötig ist und was es kostet – ohne dass jemand in einer Preisliste blättert.
Zeit und Reibung. In fast jedem Softwareprojekt geht der größte Teil des Aufwands dafür drauf, dass der Entwickler die Fachsprache und die Ausnahmen erst lernen muss – und der Betrieb sie erklären.
Wenn wir über Prismen, Zentrierung, Lieferbereiche oder Mindestdurchmesser sprechen, entfällt dieser Teil. Das merkt man nicht am Angebot, sondern daran, welche Fragen wir im Erstgespräch stellen.
Überall dort, wo der Lieferant eine Schnittstelle anbietet – und das tun die größeren inzwischen. Wo es keine gibt, prüfen wir den Weg über regelmäßige Datenlieferungen. Was möglich ist, klären wir vor dem Angebot, nicht danach.
Gut genug für den Shop, und das bei Bildern, die mit dem Telefon aufgenommen wurden. Bügel und Stege sind der schwierige Teil; dort prüfen wir stichprobenartig nach. Der Unterschied ist nicht „perfekt gegen unperfekt", sondern „einige hundert Fassungen online" gegen „irgendwann mal".
Nicht zwingend. Wenn sie eine brauchbare Schnittstelle hat, bauen wir darauf auf und ergänzen nur, was fehlt – meist Shop, Bildaufbereitung, Tracer-Anbindung und Schleifauftragsübergabe. Ersetzt wird sie nur, wenn sie der Grund für Ihr Problem ist.
Die lassen wir in aller Regel stehen. Kassensysteme sind gesetzlich durchreguliert und gut gelöst – wir binden sie an, statt sie nachzubauen.
Erzählen Sie uns, wo bei Ihnen Werte von Hand übertragen werden. Wir sagen Ihnen, was sich davon anbinden lässt – und was nicht.