Überverkäufe
Der Shop kennt den Bestand von gestern Nacht. Bei einer Aktion am Vormittag verkauft er weiter, was um zehn Uhr längst weg war. Der Kunde erfährt es zwei Tage später per E-Mail – und bestellt beim nächsten Mal woanders.
Unsere Spezialität
Ein Onlineshop und eine Warenwirtschaft lassen sich verbinden – aber wie gut das funktioniert, entscheidet sich vor der ersten Zeile Code. Wer zwei fertige Produkte über eine Schnittstelle verheiratet, bekommt einen dauerhaften Pflegefall. Wer beides auf einem gemeinsamen Datenmodell entwickelt, hat keine Schnittstelle, die brechen könnte.
Artikel, Preise, Lagerbestände, Kunden und Bestellungen existieren dann genau einmal. Kein nächtlicher Abgleich, keine Überverkäufe, kein Abtippen.
Das Problem
Der klassische Aufbau im Mittelstand: ein Shopsystem von Anbieter A, eine Warenwirtschaft von Anbieter B, dazwischen ein nächtlicher Abgleich per CSV oder eine Middleware, die niemand mehr anfassen möchte.
Der Shop kennt den Bestand von gestern Nacht. Bei einer Aktion am Vormittag verkauft er weiter, was um zehn Uhr längst weg war. Der Kunde erfährt es zwei Tage später per E-Mail – und bestellt beim nächsten Mal woanders.
Ein neuer Artikel wird in der Warenwirtschaft angelegt und im Shop noch einmal. Beschreibungen, Bilder, Staffelpreise, Steuersätze. Nach einem halben Jahr weiß niemand mehr, welche Seite recht hat.
Jede Shop-Bestellung wird im Innendienst noch einmal angefasst: Auftrag anlegen, Kunde zuordnen, Preis prüfen, Lieferschein drucken. Vier Minuten pro Bestellung klingen wenig – bei 40 Bestellungen am Tag sind das 55 Arbeitstage im Jahr.
Standardshops kennen einen Preis pro Artikel, vielleicht zwei. Der Großhandel kennt Kundenpreise, Staffeln, Rahmenverträge und Aktionen mit Enddatum. Was nicht abbildbar ist, wird telefonisch bestellt – am Shop vorbei.
Wenn der Abgleich klemmt, verweist der Shop-Anbieter auf die Warenwirtschaft, die Warenwirtschaft auf die Middleware und die Middleware auf ein Update, das beide gerade ausgeliefert haben. Sie sitzen dazwischen.
Zwei Hersteller, zwei Update-Zyklen, eine Schnittstelle, die zu beiden passen muss. Jedes Update ist ein kleines Projekt – und der Termin dafür kommt von außen, nicht von Ihnen.
Der Unterschied in einem Bild
Links sieht der Kunde den Artikel im Shop, rechts sieht der Innendienst denselben Artikel in der Warenwirtschaft. Es ist kein Abgleich – es ist derselbe Wert.
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Art.-Nr. 88214
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88214 · Lager Halle 1
Die Möglichkeiten
Es gibt drei Arten, Shop und Warenwirtschaft zu koppeln: Dateiabgleich, Middleware und gemeinsames Datenmodell. Die ersten beiden sind billiger im Aufbau und teurer im Betrieb. Der dritte ist teurer im Aufbau und hat danach keine Schnittstelle mehr, die ausfallen kann.
| Dateiabgleich (CSV/FTP) | Middleware | Gemeinsames Datenmodell | |
|---|---|---|---|
| Aktualität der Daten | Stunden bis ein Tag | Minuten bis Stunden | Sofort – es gibt nur einen Wert |
| Aufbaukosten | gering | mittel | hoch |
| Laufende Kosten | hoch (Fehlersuche, Nacharbeit) | hoch (Lizenz + Pflege) | gering |
| Überverkäufe möglich | ja, regelmäßig | ja, seltener | systembedingt nein |
| B2B-Preislogik | stark eingeschränkt | teilweise | identisch zum Innendienst |
| Bei Störung zuständig | unklar | drei Anbieter | einer |
| Sinnvoll ab | wenigen Bestellungen/Tag | mehreren Kanälen | ca. 20 Bestellungen/Tag oder B2B |
Wann wir abraten: Wenn Sie fünf Bestellungen am Tag haben, einen einfachen Endkundenshop betreiben und keine besonderen Preisregeln brauchen, ist ein Standardshop mit einfachem Abgleich die wirtschaftlich richtige Entscheidung. Wir sagen Ihnen das im Erstgespräch – und verlieren damit einen Auftrag, der Ihnen nichts gebracht hätte.
Was wir bauen
Nicht alles auf einmal. Wir schneiden das System in Stufen, von denen jede für sich einen Nutzen hat – damit Sie nicht neun Monate warten, bevor sich etwas ändert.
Ein Artikelstamm für alles: Stammdaten, Varianten, Bilder, Texte, Staffeln, Kundenpreise, Aktionen mit Laufzeit. Der Shop zeigt, was die Preisfindung für diesen Kunden ergibt – dieselbe Logik wie im Innendienst.
Ein Bestand, mehrere Lagerorte, reservierte Mengen, Zulaufmengen mit Liefertermin. Der Shop zeigt nicht nur „verfügbar“, sondern „ab Donnerstag wieder lieferbar“ – weil die Information vorhanden ist.
Aus der Bestellung entsteht sofort ein Auftrag, aus dem Auftrag der Lieferschein, daraus die Rechnung und der DATEV-Export. Der Innendienst greift nur noch dort ein, wo eine Entscheidung nötig ist.
Etiketten und Sendungsnummern vom Versanddienstleister, Statusmeldung im Kundenportal, Retouren mit automatischer Gutschrift. Der Anruf „Wo bleibt meine Lieferung?“ hört auf, weil die Antwort schon da ist.
Aus der Praxis
Häufige Fragen
Eine nachträgliche Schnittstelle zwischen zwei bestehenden Standardprodukten liegt meist zwischen 8.000 und 25.000 Euro, verursacht danach aber dauerhaften Pflegeaufwand – jedes Update auf einer der beiden Seiten kann sie treffen.
Eine gemeinsame Neuentwicklung bewegt sich je nach Umfang zwischen 30.000 und 120.000 Euro und hat anschließend keine Schnittstelle mehr, die brechen könnte. Was sich rechnet, hängt weniger vom Budget ab als von der Frage, wie lange Sie das System betreiben wollen.
Weil der Shop einen eigenen Lagerbestand führt, der nur periodisch abgeglichen wird. Zwischen zwei Abgleichen verkauft er Ware, die längst weg ist. Liest der Shop den Bestand direkt aus der Warenwirtschaft, kann dieser Fall systembedingt nicht mehr auftreten – es gibt keinen zweiten Wert, der falsch sein könnte.
Ja, wenn Shop und Warenwirtschaft dieselbe Preisfindung benutzen. Staffelpreise, kundenspezifische Konditionen, Rahmenverträge mit Abrufmengen und interne Freigabeprozesse lassen sich exakt so abbilden, wie sie im Innendienst gelten. Genau hier scheitern die meisten Standard-Shopsysteme im B2B – und genau deshalb bestellen dort viele Kunden weiterhin per Telefon.
Nicht zwingend. Wenn Ihre Warenwirtschaft eine brauchbare Schnittstelle hat und Ihre Preislogik abbildet, bauen wir den Shop darauf auf und lassen sie stehen. Ersetzt wird sie nur, wenn sie der Grund für Ihr Problem ist – etwa weil sie keine API hat, keine Kundenpreise kennt oder vom Hersteller nicht mehr gepflegt wird.
Nein. Bezahlt wird pro Ausbaustufe – die erste ist meist die kleinste, und Sie arbeiten damit, bevor die zweite beginnt. Auf Wunsch finanzieren wir: eine Grundgebühr bei Übergabe, der Rest in Raten über 36 bis 60 Monate.
Aus 60.000 Euro werden dann etwa 12.000 Euro bei Auslieferung und rund 1.000 Euro im Monat. Die Rate endet, eine Lizenzgebühr nicht – und danach gehören Ihnen Quellcode und Daten.
Vier bis neun Monate bis zum vollständigen System, der erste nutzbare Teil nach sechs bis zwölf Wochen. Stillstand gibt es nicht: Wir schalten im Parallelbetrieb um, Bereich für Bereich. Am Umstellungstag selbst passiert wenig, weil vorher schon alles lief.
Ja, über deren Schnittstellen. Bestand und Preise gehen aus der Warenwirtschaft heraus, Bestellungen kommen als Aufträge herein. Wichtig ist die Reihenfolge: erst das eigene System sauber aufsetzen, dann die Kanäle anschließen.
Sagen Sie uns diese Zahl, und wir sagen Ihnen in zwanzig Minuten, ob sich eine Kopplung für Sie rechnet – oder ob Sie das Geld besser woanders ausgeben.